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Mild Ale.

Mild Ale ist ein britisches Schankbier, bei dem Trinkbarkeit nicht Geschmackslosigkeit bedeutet. Die heute bekannteste Form ist Dark Mild: kupfer- bis dunkelbraun, malzbetont, niedrig karbonisiert und meist nur ungefähr 3 bis 4 % vol. stark. Innerhalb dieses kleinen Rahmens kann es nach Brot, Toast, Nuss, Toffee, Schokolade, Lakritz oder dunklen Früchten schmecken.

Geschmack und Erscheinung

Die moderne dunkle Variante reicht farblich von Kupfer über Mahagoni bis Dunkelbraun. Sie ist oft klar, traditionell aber nicht filtriert. Die Schaumkrone ist eher klein bis mittelgroß und kann schnell zurückgehen – besonders beim klassischen Fassbier mit geringer Kohlensäure.

Das Malz bestimmt den Charakter. Über einer brotigen, keksigen oder toastigen Basis können Karamell, Toffee, Nuss, Kakao, leichter Kaffee, Lakritz, Pflaume oder Rosine erscheinen. Manche Milds enden süßlich und weich, andere trocken mit einem kleinen Röstakzent. Die Bittere hält lediglich dagegen und soll das Malz nicht überholen. Erdiger oder blumiger Hopfen, fruchtige Ale-Ester und sogar eine Spur Diacetyl dürfen vorkommen, bleiben aber Nebendarsteller.

Der Körper ist leicht bis mittel, soll trotz geringer Stammwürze weder leer noch wässrig sein. Niedrige bis mittlere Kohlensäure erhöht die Süffigkeit und lässt das Malz breiter erscheinen. Gerade im Cask bei Kellertemperatur zeigt Mild mehr Nuancen als eiskalt und stark karbonisiert.

Typische Daten

KennzahlBJCP-Rahmen für Dark Mild
Stammwürze1,030–1,038 SG, etwa 7,6–9,5 °P
Restextrakt1,008–1,013 SG, etwa 2–3,3 °P
Alkohol3,0–3,8 % vol.
Bittere10–25 IBU
Farbe14–25 SRM, etwa 28–49 EBC

Stärkere Versionen über 4 % vol. existieren als Export-, Fest- oder Sondersude. Sie sind historisch nicht undenkbar, verlassen aber den Kern des heutigen Session-Stils. Genau hier liegt auch mein kräftigerer Sud.

Rohstoffe und Brauweise

Britisches Pale-Ale-Malz liefert eine charaktervolle Basis. Karamellmalze, kleine Mengen dunkler Malze, dunkler Zucker oder Brauerkaramell schaffen Farbe und Vielfalt. Historisch und modern kommen auch Maisflocken oder andere Zusätze vor. Eine britische Ale-Hefe darf moderate Fruchtester erzeugen. Die konkrete Hopfensorte ist weniger wichtig, weil Hopfenaroma und Bittere bewusst niedrig bleiben.

Die Kunst liegt im Erhalt von Geschmack bei wenig Alkohol. Charaktervolles Basismalz, eine nicht zu hohe Vergärung und der zurückhaltende Ausschank geben Körper. Zu viel Karamell kann jedoch pappig wirken, zu viel Röstmalz macht aus dem Bier einen kleinen Porter und zu viel Kohlensäure nimmt ihm die weiche Pub-Anmutung.

Was „mild“ historisch bedeutete

„Mild“ bezeichnete ursprünglich kein dunkles oder schwaches Bier, sondern ein junges, nicht gereiftes Bier. Es stand dem stärker gehopften oder länger gelagerten „stale“ beziehungsweise „keeping ale“ gegenüber. Ein Mild konnte deshalb im 18. und frühen 19. Jahrhundert durchaus hell und stark sein.

Die modernen Milds gehen auf schwächere britische X-Ales des 19. Jahrhunderts zurück. Ab den 1880er-Jahren wurden sie dunkler; erst nach dem Ersten Weltkrieg etablierte sich Dunkelbraun als typisches Erscheinungsbild. Sinkende Stammwürzen, Besteuerung und die Nachfrage nach preiswertem Schankbier machten Mild zum Arbeiter- und Pubbier. Später verlor der Name an Attraktivität und Bitter sowie Lager verdrängten den Stil. Heute ist er selten, wird aber von Real-Ale-Brauern und Hausbrauern als besonders nuancenreiches Session Beer gepflegt.

Abgrenzung

Quellen

Meine Sude in diesem Stil

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